Drucken

Tulsi - Indisches Basilikum

In Indien gilt Tulsi oder Tulasi (“die Unvergleichliche”) als “Königin der Kräuter” und heilige Pflanze. Sie wird als indisches, ja sogar als “heiliges” Basilikum be­zeichnet und repräsentiert die Gegenwart des Gottes Vishnu bzw. seiner Inkarnation Krishna. Die alten Hindu-Schriften sagen, der Wert von Tulsi sei viel größer als alle Reichtümer, die ein Mensch besitzen kann.Tulsi ist Bestandteil vieler Zeremonien, darf als Schutz bei keinem Haus fehlen, vertreibt Insekten und ist ein wichtiges Ayurveda-Mittel. Frauen verrichten vor der Pflanze ihre täglichen Morgengebete, verehren in ihr auch Lakshmi, die Göttin des Glücks und der Schönheit und der weibliche Aspekt Vishnus. Die alten religiösen Schriften bezeichnen Tulsi als reinigend auf geistiger Ebene, eine Pflanze, die den Menschen dem Göttlichen näher bringt. Aus seinen Zweigen werden Holzperlen geschnitzt und zu Gebetsketten geknüpft, die den Träger von Sünden reinigen. Seine Blätter werden als Opfer dargebracht und Verstorbenen zur Reinigung ins Bestattungsfeuer geworfen.

Uralte Heilpflanze
Das Heilige dieser Pflanze drückt sich auch in ihrer heilenden Wirkung aus. Daher spielt Tulsi in der 5000-jährigen indischen Heilkunst Ayurveda eine herausragende Rolle. Die gesamte Tulsi-Pflanze wird zu medizinischen Zwecken verwendet, am häufigsten aber die Blätter. Tulsi wärmt, gilt als magenstärkend, entwässernd, schweißtreibend, antibakteriell, blutreinigend, cholesterinsenkend, wundheilend und ent­zündungshemmend. Es stärkt das Immunsystem, die Verdauung und das Herz, erhält das Gehirn leistungsfähig, verbessert den Stoffwechsel.

Stärkt den Magen und senkt Fieber
Tulsi stärkt den Magen und hilft bei Verdauungsstörungen, Blähungen, Krämpfen, Sodbrennen, Verstopfung und Übelkeit. Der Tee senkt Fieber, man trinkt ihn in Indien dafür zusammen mit Kardamompulver, Zucker und Milch. Tulsi hilft auch vorbeugend gegen Malaria und Dengue-Fieber, in den Tropen typische durch Stechmücken übertragene Krankheiten. In Indien setzt man ihn außerdem bei Kinderkrankheiten wie Windpocken äußerlich ein, die milder verlaufen.

Tulsi sorgt für Balance
Tulsi gleicht alle drei Doshas aus, reduziert Kapha und beruhigt Vata und Pitta. Tulsi dient daher als Lebenselixier, wird täglich nach dem Essen, auch abends vor dem Schlafengehen, getrunken. Denn Tulsi wirkt auch auf die Psyche, ist gleichzeitig beruhigend und entspannend, fördert guten Schlaf, ohne jedoch direkt müde zu machen. Daher wird Tulsi auch bei depressiven Verstimmungen und Ängsten sowie als Abendgetränk empfohlen. Tulsi schützt also vor den Turbulenzen des Alltags und führt in die Entspannung. Es hat die erstaunliche Fähigkeit, den Cortisol-Level zu regulieren und den Hormonhaushalt zu stabilisieren. Dadurch werden vor allem die Nebennieren geschont. Damit beugt man vielen Erkrankungen vor, etwa Diabetes Typ 2, Burnout, Depression, im Grunde allen Erkrankungen, die durch Dauerstress mitbedingt sind. Denn Tulsi zählt zu den Adaptogenen, also den Pflanzen, die die Stressanpassung erleichtern, stressbedingten Blut­hochdruck senken so-wie die Cortisolausschüttung hemmen. Bei Mäusen wurde beobachtet, dass durch Tulsi Lärm die Nerven weniger beeinträchtigt, da Tulsi die Nerven stärkt.

Antibiotisch bei Staphylokokken
Bemerkenswert ist seine Wirkung als natürliches Antibiotikum. Bei Staphylokokken (Staphylococcus aureus), die etwa Haut- und Muskelentzündungen verursachen können, ist sie nachgewiesen. Daher ist Tulsi ein großartiges Hausmittel bei Akne und anderen Hautirritationen. Tulsi wirkt wohltuend auf die Haut und heilt Hautinfektionen sowohl von Innen, als auch von Außen. Bei Ekzemen ist Tulsi genauso äußerlich angewendet geeignet wie bei Akne, Pickel, Narben oder Flecken. Es strafft die Haut und lässt Haut und Haar Feuchtigkeit besser halten, sorgt für glänzendes, geschmeidiges Haar, heilt Wunden, Schnittwunden, Verbrennungen, beruhigt Juckreiz.

Entzündungshemmend und schmerzlindernd
Überhaupt ist Tulsi entzündungshemmend, auch bei durch Viren oder Pilze ausgelöste Entzündungen und bei Schmerzen. Daher ist es sowohl vorbeugend als auch begleitend hilfreich bei kleineren Infekten mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Erkältung, Husten, Fieber, aber auch bei Rheuma. Etwa aktiviert Tulsi wie andere Naturmittel wie etwa Vitalpilze, Curcuma usw. das stark antioxidative Enzym "Superoxiddismutase" (SOD) in den Zellen. Die Aktivierung von Superoxiddismutase lindert Schmerzen, Schwellungen und Entzündungen bei Arthritis. Mit zunehmendem Alter bildet der Körper weniger dieser schützenden Enzyme, sodass vor allem Ältere von Tulsi profitieren. Hauptverantwortlich dafür ist sein Inhaltsstoff Eugenol, der auch in Gewürznelken ent­halten ist. Außerdem enthält Tulsi noch weitere antioxidative Stoffe wie Phenole und Flavonoide, die im Zusammenspiel die vielen Wirkungen der Pflanze hervorrufen. Allerdings bildet die Pflanze nicht in jedem Anbaugebiet dieselben Inhaltsstoffe aus. Das Tulsi mit den stärksten Antioxidantien kommt aus Indien. Auch nachgewiesener Schutz vor Radioaktivität ist mit Sicherheit auf antioxidative Mechanismen zurückzuführen. Tulsi beschützt den Körper vor Strahlenbelastungen und heilt den Schaden, der durch Strahlentherapien verursacht wird.

Bekämpft Krebs
Tulsi unterstützt nicht nur als natürliches Mittel in der Krebstherapie, sondert beugt auch Krebs vor. Langzeitbeobachtungen an großen Bevölkerungsgruppen, die regelmäßig Tulsi Tee trinken, zeigen, dass die Anfälligkeit für Immunstörungen sinkt und damit die Wahrscheinlichkeit, dass sich Krebszellen entwickeln. Laut im Alternative Medicine Review veröffentlichten Studien wirkt Tulsi gegen chemisch verursachte Schäden, indem es die Aktivität der antioxidativen Enzyme erhöht. Diese Enzyme beschützen die Zellorganellen und Membrane, indem sie freie Radikale bekämpfen, die durch chemische Gifte freigesetzt werden.

Außerdem aktiviert Tulsi entgiftende Stoffwechselvorgänge, unterstützt die Selbstheilung der Zellen, verhindert das Wachstum von Blutgefäßen und damit die Ausbreitung eines Krebsgeschehens, hemmt Metastasenbildung und leitet den Zelltod der Krebszelle ein. Tulsi stärkt die Abwehr bzw. Bekämpfung der Krebszellen. Tulsi ist in der Krebsbegleitung daher von enormem Wert.

Die Dosis macht das Gift
Das wusste schon Paracelsus. Seltsam erscheint, wenn man die bereits lange und breite Anwendung von Tulsi in Indien und anderen asiatischen Ländern mit geringen Krebsraten bedenkt, dass Tulsi vom deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung als krebsfördernd eingestuft wurde. Zwar enthält Tulsi wie Estragon, Anis, Muskat, Zitronengras oder Fenchel – allesamt gesunde Gewürze! - das ätherische Öl Estragol, das in einer Studie in (unnatürlich) hoher Dosierung krebsfördernd wirkte. Doch solange es nicht als Einzelstoff extrahiert wird, liegt es niemals isoliert vor, sondern im natürlichen Verband mit vielen Antioxiantien. Isoliertes, hochdosiertes Estra­gol hat mit Tulsi Tee nicht mehr gemeinsam, als dass dieser häufig in Gewürzen vorkommende Stoff eben in kleinen Mengen auch enthalten ist.

Bei Husten und Bronchitis
Tulsi hilft effektiv bei fast allen Arten von Krankheiten, die mit Atembeschwerden zusammenhängen, das inkludiert Erkältungen, Grippe und Asthma. Die Inhaltsstoffe von Tulsi wie Cineole, Camphen und Eugenol lösen Schleim, befreien die Atemwege und sorgen für erleichtertes Atmen. Tulsi fördert das Abhusten von Schleim bei Bronchitis, Lungenentzündung, Keuchhusten, Grippe, Schwindsucht und Asth­ma. Es reinigt die Atemwege außerdem bei verstopften Nasennebenhöhlen.

Schützt Augen bei Diabetes
Laborversuche mit Tulsi zeigen, dass der Blutzucker gesenkt wird, abnorme Fettwerte korrigiert und die Leber sowie die Nieren von metabolischen Schäden durch hohe Blutzuckerspiegel geschützt werden Tulsi Tee hilft bei bei entzündeten Augen und bei Nachtblindheit, die durch einen Vitamin A-Mangel hervor­gerufen wird. Sein hoher Gehalt an Carotinoiden (Vorstufe von Vitamin A) hat eine positive Wirkung auf die Sehfähigkeit. Eine Studie mit Diabetikern zeigte bei niedrigem Carotinoidspiegel ein höheres Risiko, an diabetischer Retinopathie zu erkranken, als bei hohem. Es ist auch ein Mittel gegen grünen Star.

Bei Mund-, Zahn- und Zahnfleischproblemen
Tulsi ist ein phantastisches Zahnpflegemittel. Tulsi löst Plaques von den Zähnen, bessert Zahnfleischtaschen, Zahnfleischentzündung und blutendes Zahn­­fleisch sowie Mundgeruch. Tulsi-Spülungen lindern Zahnschmerzen und reduzieren die Keimbelastung des Mundes.

Bei Herzschwäche und hohem Cholesterin
Tulsi schützt die Herzfunktion, senkt Cholesterin und schützt vor Arteriosklerose. Tulsi schützt die Gefäße vor freien Radikalen und senkt Bluthochdruck. Es ist eine gute Vitamin K-Quelle, wobei schon eine einzige Tasse reicht, um den Tagesbedarf zu decken. Tulsi hilft bei Regelbeschwerden, bei übermäßigem Schwitzen, bei Insektenstichen, es wehrt auch Insekten ab. Tulsi stärkt die Nieren und löst Nierensteine. Es senkt den Harnsäurespiegel und entgiftet.

Tulsi unterstützt bei:

  • Abwehrschwäche
  • Angina,
  • Arthritis
  • Asthma
  • Atemwegserkrankungen
  • Akne
  • Augenleiden
  • Bakteriellen Infekten
  • Blähungen
  • Bluthochdruck
  • Bronchitis
  • Cholesterin
  • Dengue Fieber
  • Entgiftung
  • Fieber
  • Grippe
  • Grünem Star
  • Harnsäure erhöht
  • Hautkrankheiten
  • Heiserkeit
  • Herzschwäche
  • Immunschwäche
  • Insektenstichen
  • Kehlkopfentzündung
  • Koliken
  • Kopfschmerzen
  • Krämpfen
  • Krebs
  • Magenschwäche
  • Malariaprophylaxe
  • Migräne
  • Menstruationsschmerzen
  • Mundschleimhautentzündung
  • Nebenhöhlenentzündung
  • Nierensteinen
  • Rheuma
  • Schlafproblemen
  • Schmerzen
  • Schwitzen
  • Stress
  • Überanstrengung
  • Unterleibsschmerzen
  • Verdauungsproblemen
  • Würmern
  • Zahnfleisch- und Zahnproblemen

Download Infoblatt (11/2016)